Maher Indien

Alle Menschen suchen nach Heimat. Nicht nur einen Platz zum Schlafen, sondern Sicherheit und Gemeinschaft. Vor allem aber: Liebe.

Was ist Maher?

Sr. Lucy Kurien ist die Gründerin und Leiterin von Maher, dem „Haus der Mutter“.

Was 1997 als Frauenhaus für traumatisierte Frauen begann, ist heute eine vielfach preisgekrönte Organisation, die auf allen Ebenen der Gesellschaft Indiens und mittlerweile in sechs indischen Bundesstaaten wirkt.

Sr. Lucy bietet in Not geratenen Frauen, Männern und Kindern ein vorübergehendes Zuhause und eine liebevolle Gemeinschaft, in der sie ihre Würde wiederfinden und das Fundament für Selbstständigkeit aufbauen können.

Aktuell finden in 65 Häusern in mehreren indischen Bundesstaaten mehr als 1000 Frauen, Kinder und Männer ein familiäres Zuhause. Der Bedarf ist groß und Maher ist mittlerweile dafür bekannt, dass Menschen in Not mit Liebe und Professionalität geholfen wird. Tausenden von Frauen, Kindern und Männern hat Maher in diesen Jahren ein familiäres Zuhause gegeben und zu einem Neubeginn in ihrem Leben verholfen.

Sr. Lucy geht mit ihren Sozialarbeiter*innen in abgelegene Dörfer, wo Aufklärungsarbeit zur Rolle der Frau, Gewaltprävention, Hilfsangeboten und Bildung besonders von Nöten ist. In mehr als 625 Dörfern werden Bildungsprogramme, Selbsthilfegruppen und Kindergärten organisiert und betrieben.

Kinder, die auf der Straße für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen mussten, bekommen in Maher eine Schulbildung, eine ethisch wertvolle Erziehung und, nach all ihren traumatischen Erfahrungen, ihre Kindheit und ihr Lachen zurück.

Frauen ermöglicht Maher eine Berufsausbildung und eine sinnvolle Arbeit, sodass sie unabhängig werden können, wenn eine gefahrlose Rückkehr in ihre Familie nicht möglich ist.

Maher ist immer zur Stelle, wenn Notfälle passieren:

Als die Pandemie Tausende von Saisonarbeitern dazu zwang, in ihren oft Hunderte km entfernten Heimatort  zurückzukehren, versorgte Maher diese Menschen mit Nahrung und Proviant. Sämtliche Vorräte wurden mit Hunderten von Menschen geteilt.

Ein anderes Beispiel: Eine Überschwemmung machte viele Menschen obdachlos. Maher organisierte Notquartiere, Kleidung, Nahrung und Hygieneartikel, um aus der ersten Krise zu helfen.

Obdachlose, die nicht in Maherheime ziehen wollen, werden von Maher Sozialarbeitern betreut und bekommen Schlafsäcke und Suppen

"Begonnen hat alles mit Zuversicht: Ich kann etwas tun und ich werde einfach damit beginnen." Sister Lucy

Gründungsgeschichte

Als Sister Lucy 1991 noch in einem Kloster wohnte, kam nachts eine schwangere Frau zu ihr. Diese suchte Schutz, da sie befürchtete, von ihrem Mann umgebracht zu werden, damit dieser eine neue Frau heiraten kann.

Sister Lucy war in dieser Nacht nicht in der Lage, die Frau aufzunehmen. In dieser Nacht steckte ihr Ehemann die schwangere Frau in Brand. Sr. Lucy brachte die schwer verletzte Frau ins Krankenhaus, doch sie und das Baby konnten nicht mehr gerettet werden.

Geprägt von dieser Erfahrung entschied sie sich, ein Haus zu gründen, in welchem Menschen geholfen werden kann, ohne an Regeln eines Klosters gebunden zu sein. Nach 6 Jahren hatte Sister Lucy genug Unterstützer*innen um in dem kleinen Dorf (Vadhu Budruk), außerhalb von Pune das erste Maher Haus zu errichten.

Ist Gott so klein, dass ihn nur eine Religion in Besitz nehmen kann?

Love is our Religion 

Maher ist ein Ort, wo alle Hilfe suchenden Menschen mit ihren persönlichen religiösen Wurzeln eine Heimat finden können.

„Alle müssen frei wählen können, woran sie glauben. Uns verbindet, dass wir das Göttliche ehren. Jede*r praktiziert seinen/ihren Glauben mit den vertrauten Ritualen.“, sagt Sr Lucy.

Sie selbst ist eine christliche Nonne; die Präsidentin von Maher Hira Begum Mulla ist Muslimin, viele Sozialarbeiter*innen sind Hindus. Im Vorstand von Maher arbeiten Menschen aus den unterschiedlichsten Religionen zusammen.